Nein zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie!
Ja zu sozialem Fortschritt!
Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!
(aus Wolfgang Borchert, Dann gibt es nur eins, 1947)
Vom 24.-26. September 2026 soll in Hamburg zum dritten Mal eine Kriegsübung unter dem Motto „Red Storm“ durchgeführt werden: nach „Red Storm Bravo“ im vergangenen Jahr nun „Red Storm Charlie“. Drei Tage lang soll unsere Stadt für die Übung des Verlegens von Truppen und Kriegsgerät aus dem Hamburger Hafen an die „Ostflanke“ der NATO, also an die russische Grenze, missbraucht werden.
Im Zentrum des Manövers steht wieder die Einübung der „zivil-militärischen Zusammenarbeit“. So sollen Behörden, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Krankenhäuser und Unternehmen kriegstüchtig gemacht werden. Einbezogen sind diesmal deutlich mehr zivile Beteiligte, u.a. das THW, das UKE, die Hochbahn, der Flughafen, Handels- und Handwerkskammer, Unternehmen von Airbus, Lufthansa-Technik, die HHLA, Blohm+Voss, Philips, die Schwarz-Gruppe (LIDL, Kaufland) bis zu Edeka und Netto.
Handelskammer und Handwerkskammer rufen ihre Mitglieder in diesem Zusammenhang zu einer Übung namens „Red Storm Business“ auf.
Was soll dieses Manöver?
Die globale Vorherrschaft der USA ist zunehmend in Frage gestellt. Der „Westen“ strebt danach, seine Dominanz mit Gewalt zu erhalten und befeuert damit Kriege und bewaffnete Konflikte rund um den Globus. In diesem Kontext will die Bundesregierung Deutschland mit massiver Hochrüstung militärisch zur europäischen Führungsmacht aufbauen. Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt und die Bundeswehr zur größten Armee Europas hochgerüstet werden. Die Ausgaben für „Verteidigung“ wurden in den letzten fünf Jahren verdoppelt und sollen bis 2030 fast die Hälfte des Bundeshaushalts ausmachen. Bezahlen soll die Allgemeinheit mit Sozialkahlschlag auf neuem Niveau. Sozialabbau und Hochrüstung sind zwei Seiten einer Medaille!
Die dringend erforderliche Ausfinanzierung von Krankenhäusern, Pflege, Schulen und Kitas, Kultur, Verkehr und Umweltschutz wird so mit den Füßen getreten. Dagegen regt sich zunehmend Widerstand!
Um Akzeptanz für diese brandgefährliche und unsoziale Politik zu schaffen, braucht es ein Feindbild. Das Manöver Red Storm Charlie ist Teil der Bemühungen, uns, die Bevölkerung, zum wiederholten Male mit der Lüge einer bevorstehenden „Invasion“ aus dem Osten auf einen Krieg gegen Russland einzustimmen und in dem Zuge Aufrüstung, Militarisierung und Sozialkahlschlag zu legitimieren.
Krieg braucht die Unterstützung der Bevölkerung – ohne uns ist er nicht führbar!
Jedes NEIN zu Aufrüstung und Militarisierung ist daher ein Baustein für eine friedliche Entwicklung.
Es ist ein JA zum gemeinsamen Kampf und zum gemeinsamen Schaffen besserer Bedingungen für die menschenwürdige Gestaltung aller Lebensbereiche. Es ist ein JA für eine Welt, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und die Zerstörung der Natur überwunden ist.
Für Bildungseinrichtungen, in denen die Entwicklung kritisch denkender, umfassend gebildeter Persönlichkeiten und das solidarische Miteinander im Mittelpunkt steht.
Für ein Gesundheitssystem, in dem die Gesundheit der Menschen oberster Zweck ist.
Für Kunst und Kultureinrichtungen, die kritisches Denken befördern.
Das NEIN zur Kriegsvorbereitung bedeutet den Kampf für die Verwirklichung der UN-Charta, in der es als Schlussfolgerung aus Faschismus und Weltkrieg heißt: „Wir, die Völker der Vereinten Nationen, fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“. Dazu gehört das unbedingte Gebot der Lösung internationaler Konflikte mit friedlichen Mitteln, durch Diplomatie.
Dazu gehört besonders die sofortige Beendigung des von Bundesregierung, EU und NATO fortgesetzt angeheizten Stellvertreterkriegs in der Ukraine und der Unterstützung Israels bei dem andauernden Völkermord an den Palästinensern sowie seinen völkerrechtswidrigen Angriffen auf Nachbarstaaten.
Der mit dem Manöver und der zivil-militärischen Zusammenarbeit angestrebten Gewöhnung an Krieg als neue Normalität setzen wir unseren Anspruch auf ein Leben in Frieden entgegen. Das Engagement der Vielen für die weltweite Verwirklichung von Frieden, sozialer Gleichheit und internationaler Solidarität ist das Gebot der Stunde!
Hamburg – im Geiste Wolfgang Borcherts: Das Tor zu einer besseren Welt!
In Anlehnung an Wolfgang Borchert sagen wir heute:
Du. Mensch in diesem Land. Wenn sie Dir heute sagen, du sollst kriegstüchtig werden, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!
Du. Hamburgerin und Hamburger. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst deine weltoffene Stadt hergeben für Truppenaufmärsche, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!
Lasst uns gemeinsam vorgehen:
- gegen Kriegsübungen – nicht in unserer Stadt und auch nicht anderswo
- für Völkerverständigung: Städtepartnerschaft mit St. Petersburg wiederaufnehmen
- gegen Hochrüstung und Sozialabbau
- für den Stopp aller Rüstungsexporte sowie die Konversion aller Rüstungsproduktion in zivile Produktion
- gegen Wehrpflicht und Bundeswehr an den Schulen
- für Asyl für alle Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
- gegen nuklearen und konventionellen Rüstungswettlauf – für Abrüstung statt Aufrüstung
- für eine gemeinsame, inklusive Sicherheitsarchitektur in Europa und der Welt sowie die Auflösung der NATO
Für eine friedensfähige Stadt, ein friedensfähiges Land, eine friedensfähige Welt!